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Offene oder geschlossene Deklaration bei Tierfutter – worauf Hunde- und Katzenbesitzer achten sollten

Wer hochwertiges Futter für Hund oder Katze sucht, steht oft ratlos vor der Verpackung. Begriffe wie „Fleisch und tierische Nebenerzeugnisse“, „mit Rind“ oder lange Zutatenlisten sorgen schnell für Verwirrung. Dabei lohnt sich ein genauer Blick – denn die Deklaration verrät viel über Qualität, Transparenz und Zusammensetzung des Futters.

Gerade als verantwortungsbewusster Tierhalter möchtest du wissen, was wirklich im Napf landet. In diesem Beitrag erfährst du, was offene und geschlossene Deklaration bedeuten, welche Vorgaben es in der Schweiz gibt und woran du gutes Futter erkennst.



Was bedeutet Deklaration bei Tierfutter?

Die Deklaration ist die gesetzlich vorgeschriebene Kennzeichnung auf dem Futtermittel. Sie informiert darüber:

  • welche Zutaten enthalten sind

  • in welcher Reihenfolge sie enthalten sind

  • welche analytischen Bestandteile vorhanden sind (z. B. Protein, Fett, Rohasche)

  • wer der Hersteller ist

  • für welche Tierart das Futter gedacht ist

  • wie es verwendet oder gelagert werden soll

Sie ist also vergleichbar mit der Zutatenliste bei Lebensmitteln für Menschen.


Deklaration Futtermittel Tier
Beispiel Deklaration von Futtermittel für einen Hund

Offene Deklaration – transparent und nachvollziehbar

Bei einer offenen Deklaration werden die Zutaten möglichst genau genannt.


Beispiel:

  • 60 % Huhn (Muskelfleisch, Herz, Leber)

  • 20 % Reis

  • 10 % Karotten

  • 5 % Lachsöl

  • Kräuter


Vorteile:

  • Du erkennst genau, welche Proteinquellen enthalten sind

  • Gut geeignet für Allergiker oder Ausschlussdiäten

  • Mehr Transparenz über Qualität und Zusammensetzung

  • Einfacher Vergleich verschiedener Marken

Gerade bei sensiblen Hunden und Katzen ist eine offene Deklaration sehr wertvoll.


Geschlossene Deklaration – erlaubt, aber wenig aussagekräftig

Bei der geschlossenen Deklaration werden Zutaten nur in Gruppen zusammengefasst.


Beispiel:

  • Fleisch und tierische Nebenerzeugnisse

  • Getreide

  • pflanzliche Nebenerzeugnisse

  • Öle und Fette

  • Mineralstoffe

Das ist gesetzlich zulässig, sagt aber wenig über die tatsächliche Qualität aus.


Nachteile:

  • Unklar, welche Tierarten enthalten sind

  • Schwankende Zusammensetzung möglich

  • Für Allergiker problematisch

  • Qualität schwer beurteilbar

Ein Hund mit Huhn-Unverträglichkeit kann so unbemerkt dennoch Huhn aufnehmen.


Was muss in der Schweiz gesetzlich deklariert werden?

In der Schweiz gelten Vorschriften für Heimtierfutter, die sich stark an europäischen Standards orientieren. Hersteller müssen grundsätzlich angeben:


Pflichtangaben:

  • Futtermittelart (Alleinfuttermittel / Ergänzungsfuttermittel)

  • Tierart (Hund, Katze etc.)

  • Zusammensetzung

  • analytische Bestandteile

  • Zusatzstoffe, sofern kennzeichnungspflichtig

  • Nettofüllmenge

  • Mindesthaltbarkeit

  • Hersteller / Inverkehrbringer

  • Fütterungshinweise (je nach Produkt)


Was nicht zwingend angegeben werden muss:

  • genaue Prozentanteile jeder einzelnen Zutat

  • genaue Herkunft der Rohstoffe

  • exakte Qualität der Fleischbestandteile

  • welche tierischen Nebenerzeugnisse genau enthalten sind (bei Gruppendeklaration)

Das bedeutet: Ein Futter kann gesetzlich korrekt sein und trotzdem wenig transparent wirken.


Wann ist eine Deklaration gut?

Eine gute Deklaration hilft dir als Tierhalter wirklich weiter.


Merkmale guter Deklarationen:

  • Klare Benennung der Zutaten(z. B. Huhn, Truthahn, Rind statt nur „tierische Nebenerzeugnisse“)

  • Prozentangaben wichtiger Bestandteile(z. B. 65 % Huhn)

  • genaue Beschreibung(z. B. Muskelfleisch, Herz, Leber)

  • nachvollziehbare Kohlenhydratquellen(z. B. Süsskartoffel, Reis, Kürbis)

  • offene Kommunikation des Herstellers

  • keine unnötig verwirrenden Werbeaussagen


⚠️ Worauf ich in der Praxis achte

Als Tierheilpraktikerin sehe ich oft Tiere mit:

  • Verdauungsproblemen

  • Juckreiz

  • wiederkehrenden Ohrenproblemen

  • stumpfem Fell

  • Futtermittelunverträglichkeiten

Nicht selten spielt die Futterqualität oder eine unklare Deklaration dabei eine Rolle. Wer weiss, was im Napf landet, kann gezielter unterstützen.


Besonderheit Katze

Katzen sind obligate Fleischfresser und reagieren häufig sensibler auf ungeeignete Fütterung. Eine hochwertige, klar deklarierte Proteinquelle ist hier besonders wichtig.


Besonderheit Hund

Hunde vertragen je nach Individuum unterschiedliche Protein- und Kohlenhydratquellen. Gerade bei sensiblen Hunden lohnt sich eine transparente Deklaration besonders.


Fazit

Nicht jede geschlossene Deklaration bedeutet automatisch schlechtes Futter – aber sie macht die Beurteilung schwieriger. Ich denke mir dann immer hätte man nichts zu verstecken würde man offen deklarieren ;) Eine offene Deklaration schafft Vertrauen, Transparenz und hilft besonders bei sensiblen oder kranken Tieren.

Wer seinen Hund oder seine Katze bewusst ernähren möchte, sollte nicht nur auf Werbung achten – sondern die Zutatenliste lesen können.


Denn Gesundheit beginnt im Napf. 🐾


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